Im Nachholspiel auf dem neuen Kunstrasenplatz beim FSV Tarforst hatten wir es, wie bereits im Vorfeld befürchtet, mit einem taktisch gut eingestellten und kampfstarken Gegner zu tun. Diese hatten sich in der Winterpause mit vier Spielern von Eintracht Trier verstärkt und hoffen insgeheim noch darauf, den 2. Platz und somit die Relegation zu erreichen.
Von Beginn des Spiels an war die taktische Ausrichtung klar. Die Gastgeber spielten in einem klassischen Abwehrpressing und versuchten uns in ihrer Hälfte möglichst schnell zu doppeln oder sogar mit drei Spielern aggressiv zu attackieren. Wir versuchten das Spiel zu machen und den Gegner mit schnellen Kombinationen unter Druck zu setzen. Dies gelang uns auch vereinzelt ganz gut, so dass wir nach schönen Kombinationen auch zwei gute Torchancen hatten, diese aber leider wieder einmal vergaben. Das wir mit zunehmender Spielzeit in der 1. Halbzeit vermehrt die Zweikämpfe verloren lag daran, dass wir es nicht schafften, schnell genug die Seiten zu wechseln und somit, wie bereits erwähnt, unsere ballbesitzenden Spieler sich meist einer Überzahl gegenüber sahen. Da unsere Abwehr aber hinten alles im Griff hatte, kam der Gegner auch nicht wirklich gefährlich vor unser Tor. So ging es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause.Â
Mit guten Vorsätzen in die 2. Halbzeit gehend wurden wir dann bereits fünf Minuten nach Wiederbeginn kalt erwischt. Ihre erste Chance nutzend führten die Gastgeber plötzlich und unerwartet mit 1:0. Was unsere Jungs aber danach leisteten war enorm und zeigt die Charakterstärke dieser Mannschaft. Sie erhöhten das Tempo, spielten wesentlich durchdachter, zogen ein gutes Passspiel auf und kreierten Chancen. Immer wieder wurden jetzt die Außen gesucht und über diese Druck entwickelt. Der Gegner kämpfte zwar ebenso leidenschaftlich wie unsere Jungs, konnte sich aber häufig nur mit Foulspielen helfen. Drei gelbe Karten für die Tarforster innerhalb weniger Minuten belegen dies. Leider pfiff der Schiri uns dann auch noch zwei gute Vorteilsituationen ab, und zu allem Überfluss gab es für Jannick wegen einer vermeintlichen Schwalbe im Strafraum – dabei war er bereits an seinen beiden Gegenspielern vorbei und wurde unmittelbar vorm Torabschluss klar gefoult – eine gelbe Karte. Dennoch, die Jungs gaben nicht auf. Zehn Minuten vor Spielende stellten wir dann vom 4-4-2 auf ein 3-2-3-2 um und hatten in der Schlussphase vier gelernte Stürmer auf dem Platz. Auch die Umstellung Alffi und Pinti von Außen auf die Sechser- bzw. Zehner-Position zeigte sich schon bald als guter Griff. Dem besten Mann auf dem Platz, Alffi, gelang acht Minuten vor dem Ende mit einem 30-Meter-Knaller ins obere rechte Toreck der längst verdiente Ausgleich. Da unser Alffi sich aber leider auch vom Torjäger der Gegner, David Sterkel, provozieren ließ, mussten beide fünf Minuten vor dem Ende mit einer Zeitstrafe den Platz verlassen. Egal, es ging weiter nach vorne. Simon setzte sich drei Minuten vor dem Ende links durch, scheiterte aber in einer 1:1-Situation am gegnerischen Keeper. Kurz vor Schluss wurde unser Innenverteidiger Keili nach vorne beordert, da wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. In der Nachspielzeit dann sein großer Auftritt. Der Gegner bekam den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum heraus, der Ball fiel Keili 11-Meter vor dem Tor etwas links abgesetzt vor den Fuß, Ball gestoppt, kurz aufgeschaut und dann platzierte er ihn über den Innenpfosten ins kurze Eck zum Siegtreffer. Danach gab es kein Halten mehr. So schnell habe ich Keili noch nie Laufen gesehen. Die Flucht vor seinen Teamkollegen und seinem Trainer endete dann erst weit in der eigenen Hälfte. Hier wurde er euphorisch gefeiert. Der Gegner durfte danach noch den Anstoß ausführen, dann kam der Schlusspfiff.
Da auch der gegnerische Trainer Stephan Wicht unseren Sieg als verdient bezeichnete, genießen wir jetzt erst einmal über Ostern das Glück des Tüchtigen.
Jungs, Euer Trainer ist stolz auf Euch!!! |